5 Aufgaben des Chief Digital Officer (CDO) – und warum Sie keinen CDO brauchen

5 Aufgaben des Chief Digital Officer (CDO) – und warum Sie keinen CDO brauchen

Kürzlich führte ich ein längeres Gespräch mit Petra-Alexandra Buhl, wie Mittelständler den für sie passenden Digitalisierung-Berater finden könnten. Ausgangspunkt war ein Vortragserlebnis, in dem der Referent seine Zuhörer im Wesentlichen mit Banalitäten abspeiste, wie langsam und schrittweise zu beginnen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Ach ja, und „Hausaufgaben zu machen“.

Diese Aussagen gegenüber Unternehmern zu treffen, könnte man durchaus für ein bisschen fragwürdig halten. Dennoch liegt vielleicht auch ein Körnchen Wahrheit darin.

Doch gehen wir einen Schritt zurück: Was hat es eigentlich mit dieser „digitalen Transformation“ auf sich? Wir sprechen hier schließlich nicht über Kleinigkeiten, wie beispielsweise die Frage, ob Unternehmen eine Website betreiben sollten. Beim Thema Digitalisierung geht es um nicht weniger als den strukturierten (und vor allem konsequenten) Aufbau digitaler Geschäftsmodelle, um die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Eine extrem strategische Aufgabe, für die sich seit neuestem ein eigenes Jobprofil herausgebildet hat: der Chief Digital Officer (CDO).

Nun bin ich persönlich ein Freund davon, die Dinge beim Namen zu nennen und „Management-Sprech“ nach Möglichkeit zu vermeiden. Denn wer immer nur mit C-Level-Titeln CEO, CIO, COO, CFO, CSO, CPO, CMO und eben CDO um sich wirft, ist beim Bullshit Bingo schnell sehr weit vorn dabei.

Der CDO bekleidet eine Rolle, in der er/sie dafür zuständig ist, für Geschäftsziele (das Ressort des CEO) digitale (siehe Ressort des CIO) Geschäftsmodelle (wieder siehe CEO und auch CMO) zu entwickeln. Überspitzt könnte man sagen, der CDO nimmt sozusagen eine Brückenfunktion ein, um die etablierten „CxOs“ nicht mit Innovationsthemen zu nerven.

Man darf sich an dieser Stelle fragen, ob das so eine gute Idee ist. Womit wir auch wieder beim Ausgangspunkt dieses Textes wären: Die Verantwortung für die digitale Transformation kann nicht delegiert werden, sondern ist eine strategische Führungsaufgabe.

Aber versuchen wir doch zunächst, die Aufgaben dieses CDO zu umschreiben:

  1. Er entwickelt Möglichkeiten zur Unterstützung strategischer Geschäftsziele durch digitale Technologien und verantwortet deren Erfolgskontrolle und Optimierung. Denn Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern dient der Unterstützung der Unternehmensstrategie. Nicht mehr und nicht weniger.
  2. Als Innovationsmotor für die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle überblickt und verbindet er alle ökonomischen, technischen und strategischen Aspekte von Digitalisierungsvorhaben. Er verantwortet folgerichtig das digitale Projekt-Portfolio des Unternehmens. Denn die Vielzahl von Digitalisierungs-Initiativen im Unternehmen erfordert ein gewisses Maß an Koordination und Moderation.
  3. Der CDO moderiert die Positionierung des Unternehmens am Markt (gemeint ist hiermit sowohl die Positionierung gegenüber Kunden und Partnern als auch die Positionierung als moderner Arbeitgeber).
  4. Er fungiert als Botschafter des digitalen Wandels im Rahmen der Personalwirtschaft des Unternehmens und hilft, Führungskonzepte zu entwickeln, die das Unternehmen als Arbeitgeber für Top-Talente attraktiv machen.
  5. Er ist im Rahmen der digitalen Transformation Vermittler, Moderator und Coach auf Führungsebene und sorgt so dafür, dass jeder Unternehmensbereich aktiv in die Umsetzung der Digitalisierungsvorhaben involviert ist und seinen spezifischen Nutzen daraus ziehen kann.
[bctt tweet=”Der #CDO übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben um, die ansonsten auf andere CxO-Rollen verteilt sind”]

Der „neue“ CDO setzt somit in seiner Rolle unter dem Gesichtspunkt der Digitalisierung eine Vielzahl von Aufgaben um, die ansonsten i.d.R. auf andere CxO-Rollen verteilt sind. Er nimmt dabei die Rolle des Moderators und „Enablers“ wahr, der durch sein strategisches Querschnittsthema „Digitalisierung“ eine Vielzahl von Bereichen massiv beeinflusst und (hoffentlich) nachhaltige Veränderungen im Unternehmen herbeiführt.

Gerade in mittelständischen Unternehmen ist es jedoch häufig so, dass das Top Management (CxO) operativ sehr „nah am Geschehen“ ist. Die Vermittler-Rolle des CDO ist in vielen Fällen überhaupt nicht erforderlich, da die Abstimmung der einzelnen C-Ressorts auch auf einer konstruktiven Arbeitsebene hervorragend funktioniert.

Der Mehrwert eines CDO im Mittelstand ist vielmehr darin zu sehen, die Unternehmensführung fachlich zu beraten, Erfahrungswerte beizusteuern und so den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen.

[bctt tweet=”Der #CDO im #Mittelstand ermöglicht der Führung den Blick über den Tellerrand. #Digitalisierung”]

Was bedeutet das nun für (mittelständische) Unternehmen, die das Thema Digitalisierung angehen wollen (müssen)?

 

Sie brauchen viel mehr als nur einen CDO!

Was Sie brauchen ist eine Unternehmenskultur, in der Innovation und Digitalisierung einen der obersten Ränge belegen. Die Rolle des CDO kann hierbei natürlich explizit definiert sein. Da die digitale Transformation jedoch jeden Unternehmensbereich betrifft, ist es durchaus eine Überlegung wert, die CDO-Aufgaben zum Teil jeder anderen Führungsrolle zu machen und damit umso fester in der DNA des Unternehmens zu verankern.

Denn machen wir uns nichts vor: Die digitale Transformation ist nicht optional. Digitalisierung ist kein Hype, der irgendwann wieder vorüber ist und dann geht alles so weiter wie früher. Unternehmen haben nur die (sehr digitalen) Optionen, (1.) mitzuziehen oder (2.) unterzugehen. Und wenn sie sich für Ersteres entscheiden, sind sie möglicher Weise gut beraten, die Digitalisierung ihres Geschäftsmodells aktiv zu gestalten, statt zu warten, was der Wettbewerb macht und diesen dann nachzuahmen. Denn dann wäre die Option 2 auch nicht mehr fern.

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Tool Time: Info-Management mit Pocket und Evernote

Tool Time: Info-Management mit Pocket und Evernote

Kürzlich beim PM Camp Rhein-Main durfte ich unter anderem eine Session „Twitter & Trello für Newbies“ moderieren. Und wie das in diesen Diskussionen so ist, rutschten wir schnell ab in das Thema „Mein Setup“. Also: welche Tools benutzt der eine oder andere so, wie und wozu und vor allem in welcher Kombination. Ein Statement eines Diskussionsteilnehmers war (sinngemäß):

„Man kann durch den Evernote Web Clipper Infos direkt in Evernote abspeichern, Pocket ist damit obsolet.“

Nun, das sehe ich nicht ganz so und will das auch kurz erläutern.
Ich benutze Pocket schon, so lange es auf dem Markt ist – früher noch unter dem Namen „Read It Later“. Dieser alte Name war zwar nicht ganz so griffig, beschrieb aber perfekt, was den speziellen Mehrwert des Tools für mich ausmacht: Wenn ich auf potenziell interessanten Content stoße, aber aktuell keine Zeit habe, mich damit zu befassen und seinen Wert für mich zu beurteilen, ist Pocket meine Sammelmappe für später. Das funktioniert auf all meinen Geräten und in der Web-App (wieder ein Kriterium für eigentlich alle Content-Be- und Verarbeitungstools, die ich benutze).
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Pocket ist also für mich keine Ablage (wie der Name „Pocket“ vielleicht suggerieren würde), sondern ein Wiedervorlagetool. Erst, wenn ich die in Pocket gespeicherten Artikel und Informationen gesichtet habe, werden sie weiterverarbeitet, abgelegt oder gelöscht.

Und genau da liegt der Unterschied. Evernote ist meine zentrale (und i.d.R. finale) Ablage.

Dokumente und Informationen, die ich in Evernote ablege, sind bereits gesichtet und für mich in irgend einer Form relevant. Hier werden Informationen dann klassifiziert, kategorisiert und einer (ggf. kollaborativen) Bearbeitung zugeführt.

Hier kommt der Evernote Web Clipper* ins Spiel. Ein Plugin, welches (wiederum auf allen relevanten Geräten) ermöglicht, Informationen von Websites direkt in Evernote abzulegen. Dies funktioniert bspw. super für Bilder aus Websites. Es funktioniert leider nicht so gut, wenn man Seiteninhalte ablegen will. Pocket hingegen „normalisiert“ die Webseiten hervorragend. Werbung wird zuverlässig abgeschnitten, ungewöhnliche Schriftarten werden durch besser lesbare ersetzt. Und wenn man das Ganze dann gesichtet und für aufbewahrenswert befunden hat, geht’s sauber von Pocket nach Evernote. Wieder ordentlich formatiert und ohne Werbung usw.

(zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

*Ergänzend zum Evernote Web Clipper nutze ich mit Begeisterung Skitch. Skitch ermöglicht, auf einfachste Weise Screenshots zu erstellen und weiterzuverarbeiten. Diese Screenshots werden automatisch mit Evernote synchronisiert und können in diverse Formate exportiert werden. Skitch ist sowohl für Mac als auch für Windows erhältlich. Einziger Nachteil, der mir gerade beim Erarbeiten dieses Artikels aufgefallen ist: Skitch kann keinen Screenshot von sich selbst machen 😉

Wie sieht Euer Workflow zur Info-Ablage aus? Welche Tools nutzt Ihr?

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